Wanderwege
Zur Industriekultur der Schweiz gehören Wanderwege, die an wichtige industrielle Prozesse erinnern. Schweizweit bekannt sind die Wanderwege im Zürcher Oberland, namentlich die Guyer-Zeller-Wege mit dem Industrieensemble Neuthal. Es sind Industriepfade mit Informationstafeln und abrufbaren Filmen zu Spinnereien, Wasserrädern und Dampfbahnen.
Hans-Peter Bärtschi, der 2022 verstorbene Schweizer Pionier für Industriekultur, hat in «Industriekultur im Kanton Zürich» einen Wanderpfad von Uerikon nach Stäfa beschrieben. Er ist vier Kilometer lang und hat 25 Meter Höhendifferenz. Der Weg führt zu zehn Stationen, unter anderen zu Manufakturanlagen, Flarzhäusern, umgenutzten Webereien und einem frühen Fabrik-Villa-Ensemble.
Umfassend und interessant beschrieben sind im gleichen Buch die Erläuterungen zur urbanen Industrielandschaft Uster. In Uster findet sich ein Industriepfad mit vier interessanten Rollstuhlwanderwegen.
Das 2025 erschiene Buch «Schweizer Industriekultur – Wanderungen zwischen Arbon und Genf» von Martin Arnold und Urs Fitze enthält u.a. Vorschläge im Gebiet des Zürichsees und seinem Hinterland. Namentlich das Kohlebergwerk Käpfnach lädt zu öffentlichen und Gruppenführungen ein.
Unter anderem werden in dem Buch zwei Perlen der Industriekultur in Zürich beschrieben: das Tram-Museum und das Mühlerama. Hinzu kommt Richtung Zentralschweiz der Industriepfad an der Lorze bei Cham, der bis nach Sins führt.
Nur auf dem Web verfügbar ist der «Glarner Industrieweg», der in vier Etappen von Elm über Schwanden nach Glarus und Ziegelbrücke führt. Die Glarner Textilindustrie, vor allem der Textildruck, schreibt ein eindrückliches Kapitel Industriegeschichte, das über Linth und Linthebene direkt mit Zürich verbunden ist.
Die Seite enthält auch Links zu weiteren Industriewegen in der Ostschweiz.
Text: Rolf Käppeli